Sepi Bau OG

Sepi Bau OG

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Wer hat den Auftrag übernommen? ID: 154684
17/10/2016 10:00

Im September 2012 wollte Herr Ing. L. die Fassade seines Hauses sanieren lassen und hat sich diesbezüglich an einen Bekannten der Familie, den Herrn Sepiddarkhah empfahl, gewandt. Dieser war laut Angaben des Konsumenten Geschäftsführer eines Bauunternehmens. Dass dieses Unternehmen unter der Bezeichnung “Sepi Bau OG” firmierte, wusste der Konsument laut seinen Angaben zu diesem Zeitpunkt nicht. Deshalb hat er sich auch nichts dabei gedacht, als ihm das Angebot, das mit dem Firmenstempel des Unternehmens “Andresi Niculai” sowie einer Unterschrift versehen war, zur Unterzeichnung vorgelegt wurde. Herr Ing. L. nahm an, dass das Unternehmen des Herrn Sepiddarkhah unter der Bezeichnung “Niculai” firmierte. Herr Sepiddarkhah hat dieses Angebot ebenfalls unterschrieben und Herrn Ing. L. überredet, auch Fenster und Eingangstür austauschen zu lassen, wodurch sich das Auftragsvolumen beträchtlich vergrößerte. Die Sanierungsarbeiten sind im Oktober 2012 durchgeführt worden, wofür der Konsument im Zeitraum von 13.09.2012 bis 22.11.2012 einen Gesamtbetrag in Höhe von ca. € 21.300,- bezahlt hat. Herr Sepiddarkhah hat laut Angaben der Familie L. diese Geldleistungen entgegengenommen und mit seiner Unterschrift bestätigt. Herr Ing. L. hat nach Beendigung der Arbeiten viele Mängel bemerkt, insbesondere mangelhaften Rahmen der Fenster und Türen. Diese passten nicht zusammen und waren undicht. Sie haben sich laut Angaben des Konsumenten wegen deren schlechter Qualität verzogen. Außerdem haben mehrere Abdeckungen bei den Fenstern gefehlt, welche trotz Meldung nicht angebracht wurde. Des Weiteren sind die Scheiben von innen beschmutzt sowie noch die Abdrücke der Lieferpapiere, der Saugnäpfe und auch der Nummerierungen sichtbar. Herr Sepiddarkhah hat Herrn Ing. L. am 14.04.2014 versprochen, neue Fenster einzubauen, jedoch ist dies nicht erfolgt. Bei jedem Telefonat habe er erklärt, dass er gerade unterwegs sei und das Fensterwerk besichtige oder dass er nur mehr auf die richtige Farbe warte. Herr Ing. L. war überzeugt, dass er das Unternehmen des Herrn Sepiddarkhah beauftragt hatte. Er erkundigte sich bei der Wirtschaftskammer Wien und der MA 22 nach der Fa. Andresi Niculai und erhielt die Informationen, wonach dieses Unternehmen weder zu Fassadenbauarbeiten noch zum Einbau der Fenster berechtigt gewesen ist. Das Unternehmen Andresi Niculai hatte Gewerbeberechtigungen für Schneeräumung, Aufräumen von Baustellen, Güterbeförderung und Verspachteln von Ständerwänden. Herr Ing. L. hätte die Fa. Andresi Niculai nicht beauftragt, da dieses Unternehmen keine Konzession für den Einbau von Fenstern hatte und außerdem laut einer bei der Wirtschaftskammer eingeholten Auskunft, zum Zeitpunkt der Auftragserteilung bereits in Konkurs war. Der Konsument ist der Meinung, dass Herr Sepiddarkhah, selbst wenn er nicht Auftragnehmer gewesen sein sollte, dieser dennoch als Berater fungiert und eine Firma empfohlen hat, die zur Übernahme des Auftrages nicht befähigt gewesen ist. Hilfesuchend wandte sich Herr Ing. L. an den Konsumentenschutz Verband Österreich.

Trotz Vermittlung der Presseabteilung des Konsumentenschutz Verbandes Österreich konnte keine Herrn Ing. L. zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Die rechtsfreundliche Vertretung der Sepi Bau OG teilte mit, dass die Sepi Bau OG nie Auftragnehmerin des Herr Ing. L. war. Der vertretungsbefugte Gesellschafter der Sepi Bau OG, Herr Sepiddarkhah, ist ein Bekannter des Schwiegervaters des Herrn Ing. L. Der Schwiegervater des Ing. L. ersuchte Herrn Sepiddarkhah, sich das geplante Bauvorhaben anzusehen. Herr Sepiddarkhah kam diesem Ersuchen nach, teilte der Familie L. jedoch mit, dass die Sepi Bau OG einen Sanierungsauftrag, wie von der Familie L. gewünscht (Fassadensanierung, Fenstertausch, Sanierungsarbeiten an den Holzkonstruktionen bei Dach und Balkon, teilweise Sockelsanierung etc.), nicht annehmen kann, da seine Firma derartige Arbeiten nicht durchführt, insbesondere keinen Fenstertausch. Über Ersuchen der Familie L., ihr jemanden zu nennen, der derartige Arbeiten ausführen würde, nannte er unter anderem die Fa. Andresi Niculai. In weiterer Folge erteilte Ing. L. dem genannten Unternehmen den Sanierungsauftrag. Herr Sepiddarkhah wurde später über Mängel in der Durchführung des Fenstertauschs informiert. Aufgrund des Umstandes, dass er das von Ing. L. beauftragte bauausführende Unternehmen der Familie L. genannt hat und ein Bekannter des Schwiegervaters des Herrn Ing. L. ist, versuchte Herr Sepiddarkhah aus Entgegenkommen zu helfen, indem er die eingebauten Fenster besichtigte und auf seine Kosten einen Profi für die Einstellung der Fensterbeschläge beistellte. Bedauerlicherweise konnte jedoch auch durch die professionelle Einstellung keine signifikante Besserung der Situation erreicht werden. Sanierungszusagen wurden von Herrn Sepiddarkhah nicht gemacht und dafür bestand mangels Vertragsverhältnisses auch keine Veranlassung. Aus dem Vertrag vom 8.9.2012 (Anm. Auftragserteilung) geht hervor, dass die Vertragsparteien Herr Ing. L. und die Fa. Andresi Niculai (und nicht die Sepi Bau OG) sind. Die rechtsfreundliche Vertretung der Sepi Bau OG teilte weiters mit, dass der Vertragsabschluss im September 2012 erfolgte und zu diesem Zeitpunkt entgegen der bei der Wirtschaftskammer eingeholten Auskunft betreffend Andresi Niculai noch kein Insolvenzverfahren anhängig war, sondern erst über ein Jahr später. Der Sepi Bau OG bzw. Herrn Sepiddarkhah konnte im Jahr 2012 gar nicht bekannt sein, dass Niculai Andresi, wie von den Konsumenten ausgeführt, bereits zur Zeit der Vergabe des Auftrags in Konkurs gewesen sei. Die Sepi Bau OG teilte mit, dass die Angaben des Herrn Ing. L. jeder Grundlage entbehren. Bezüglich den mangelnden Berechtigungen der Fa. Andresi Niculai wurde seitens des Unternehmens bzw. seiner rechtsfreundlichen Vertretung keine Stellung bezogen. Herr Sepiddarkhah hat von Anfang an erklärt, dass er die Arbeiten bezüglich des Fenstertausches nicht machen kann. Herr Niculai war persönlich anwesend, hat auch das Angebot gemacht und hat von Herrn Ing. L. den Auftrag bekommen. Herr Sepiddarkhah war nur als Berater anwesend, da er ein Bekannter der Familie ist. Herr Sepiddarkhah hat Herrn Ing. L. geraten, dass die Fa. Niculai auch die anderen Arbeiten (Fassade) machen sollte, da diese bereits den Fenstertausch ausführt. Die Fa. Sepi Bau war in diesem Zusammenhang nie im Gespräch, hat auch keinen Auftrag bekommen, hat nie eine Rechnung gestellt oder Geldleistungen erhalten. Des Weiteren teilte die Sepi Bau OG mit, dass Herrn Sepiddarkhah nicht bekannt war, dass Herr Niculai Andresi keine Gewerbeberechtigung für diese Arbeiten hatte sowie zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe schon in Konkurs war. Herr Sepiddarkhah hat für die Firma Niculai Andresi Zahlungen entgegengenommen, weil Herr Niculai Andresi terminlich verhindert war. Nach Rücksprache des Konsumenten mit Herrn Andresi Niculai, musste jener die Geldbeträge, die er von Herrn Ing. L. engegennahm, an Herrn Sepiddarkhah weiterleiten. Die Fa. Sepi Bau OG hat nie eine Zahlung bekommen. Weiters wollte der Konsument zusätzlich betonen, dass ihm seitens des Herrn Sepiddarkhah eine Firma genannt wurde, welche keine Berechtigung zu den durchgeführten Arbeiten hatte (abgesehen von der Frage ob das Unternehmen in Konkurs war oder nicht). Laut eigenen Angaben ist Herr Ing. L. davon ausgegangen, dass die empfohlene Firma Herrn Sepiddarkhah gehört. Dazu hat sich das Unternehmen dahingehend geäußert, dass nie davon die Rede davon war, dass die Firma Niculai Herrn Sepiddarkhah gehöre. Sichtlich enttäuscht über das Unternehmen hat uns Herr Ing. L. letztlich mitgeteilt: “Wir sitzen in einem Wohnzimmer, in dem es zieht wie in einem Vogelhaus und müssen wieder Zigtausend Euro für neue Fenster im ganzen Haus ausgeben!”

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